Find Out. Get Smart. #Activism

// Len Goldberg's approach to confronting fur wearers (in English).

Was kann ich im Alltag gegen Pelz tun?

Um der Öffentlichkeit aufzuzeigen, wie grausam die Pelzmode ist, müssen wir nicht nur im Rahmen von Organisation und Protesten, sondern auch im Alltag - als Individuen - agieren. Es geht darum, Pelzträger*innen wenn immer möglich auf auf der Strasse zu konfrontieren. 

 

Dabei ist es wichtig, in erster Linie respektvoll und höflich auf diese zuzugehen. Dies weil es trotz allem immer noch Pelzträger*innen gibt, die nicht wissen, was sie tragen - weil sie z.B. beim Kauf hinter’s Licht geführt wurden. Es kann auch sein, dass sie den Pelz nicht in „böser Absicht“ tragen und sich bisher einfach noch keine Gedanken zum Thema gemacht haben.

 

Diese Leute dürfen wir durch eine initiale, aggressive Konfrontation nicht abschrecken. Sie müssen nicht blossgestellt werden sondern brauchen jemanden (uns!), der sie aufrüttelt, ihre Empathie und ihr kritisches Denken anregt um zu verstehen, dass ihre Entscheidung, Pelz zu tragen, falsch war.

 

Wie gehe ich mit negativen Reaktionen bei der Konfrontation um?

 

Der grösste Teil der Pelzträger*innen weiss jedoch bereits, dass ihr Verhalten moralisch verwerflich ist und es verdient, kritisiert zu werden. Um dieser Kritik zu entgehen, werden sie oft versuchen, uns entweder zu ignorieren oder die Schuld von sich abzuwenden, indem sie uns „zurück kritisieren“.

 

Oft fallen dann Sätze wie „Das ist meine Entscheidung“ / „Du kannst mir nichts vorschreiben“ oder „Warum kritisierst du nicht die Fleischesser“ etc. Mit diesen Aussagen versuchen sie, die Schuld von sich abzuwenden statt sich der berechtigen Kritik zu stellen.

 

Man kann dies entweder ungeniert ignorieren oder sie darauf hinweisen, dass es sehr wohl unser Recht ist, sie für ihr provokatives Verhalten zu kritisieren. In einer liberalen Gesellschaft hat niemand, der öffentlich Tierquälerei unterstützt, das Recht, unbehelligt zu bleiben.

 

Ob nun mit oder ohne Hinweis, wichtig ist, sich nicht auf eine Diskussion einzulassen oder sich gar für einen Vorwurf zu rechtfertigen. Oft hört man z.B. Sätze wie „Du trägst ja auch Leder / isst ja auch Fleisch“ - darauf darf man sich auf keinen Fall einlassen (auch wenn man z.B. Veganer*in ist und gar kein Leder trägt). 

 

Denn sobald wir uns rechtfertigen, lassen wir uns auf die Diskussion ein und kommen somit ab von der Konfrontation, um die es hier geht. Wir verlieren die Kontrolle und „streiten“ mit Individuen, statt ein öffentlich wirksames Statement zu machen. 

 

Der Unterschied zwischen Gespräch und Konfrontation

 

Gerade wenn wir es mit Leuten zu tun haben, die sich bereits bewusst sind, dass sie mit dem Pelztragen provozieren (und dies durch defensive oder aggressive Reaktionen zeigen), müssen wir unbedingt zwischen Gespräch und Konfrontation unterscheiden. 

 

Sobald klar ist, dass sie sich der berechtigten Kritik nicht stellen wollen, geht es uns nicht mehr darum, sie zu überzeugen, sondern darum, sie blosszustellen. Durch die öffentliche Konfrontation mit harten Fakten zwingen wir sie quasi, für ihr provokatives Verhalten gerade zu stehen. 

 

Dabei müssen wir uns bewusst sein, dass es sowieso nicht in unserer Macht liegt, diese Leute zu überzeugen. Egal, wie gut und fundiert unsere Argumente sind, sobald sie in einer defensiven Haltung sind, dringt nichts mehr zu ihnen durch und sie können uns gar nicht ernst nehmen.

 

Bei der Konfrontation geht es also darum, möglichst Aufmerksamkeit zu erregen und ein für den/die betroffene/n Pelzträger*in unangenehmes Umfeld zu schaffen, ohne ihnen dabei körperlich zu nahe zu kommen. Wenn sich Leute abwenden und davon laufen, versuchen sie so, der Konfrontation zu entgehen - dies können wir verhindern indem wir z.B so lange mitlaufen, bis sie alle harten Fakten gehört haben. 

 

Die Idee dahinter: Jede und jeder, der/die Echtpelz trägt, provoziert indem er öffentlich Tierquälerei unterstützt. Im Gegensatz zum Fleischkonsum, den leider viele noch für überlebenswichtig halten, ist das Pelztragen reine Dekoration und somit auch reine Provokation. Und Provokation verlangt immer nach einer angemessenen Reaktion der Öffentlichkeit.

 

Im Jahr 2019 sollte niemand, der Pelz trägt, das tun können, ohne konfrontiert zu werden. 

 

 
Was, wenn ich mich bei der Konfrontation unwohl fühle?

 

Gerade in der Schweiz, wo wir den unbekannten Mitmenschen im Alltag oft nicht besonders offen begegnen, kann es schwierig sein, sich zu einer Konfrontation zu überwinden. Man fällt auch selbst nur ungern auf oder fühlt sich vielleicht emotional nicht stark genug, mit den negativen Reaktionen umzugehen.

 

Es sollte sich also niemand gezwungen fühlen, Pelzträger*innen öffentlich zu konfrontieren, wenn er/sie sich dabei nicht wohl fühlt. In solchen Momenten kann man auf andere Methoden zurückgreifen, um die Schuldigen blosszustellen, z.B. das weniger konfrontative Stickern.

 

Wenn einem aber nur ein bisschen Mut fehlt, hilft es, sich daran zu erinnern, dass die Konfrontation von Pelzträger*innen in vielerlei Hinsicht gerechtfertigter ist als z.B. die Konfrontation von Fleisch-Esser*innen. Die Pelzträger*innen haben keine moralische Grundlage, um sich für ihr Handeln zu rechtfertigen - wie z.B., dass es gesundheitlich wichtig ist, ob das nun stimmt oder nicht.

 

Sie alle wissen, dass der Pelz, den sie tragen, einen reinen Dekorationszweck erfüllt, da auch niemand in der westlichen Welt heutzutage noch Pelz tragen muss, um warm zu bleiben. Dies weiss auch ein grosser Teil der Öffentlichkeit, weshalb oft eine gewisse Sympathie mit Aktivist*innen besteht. 

 

Solange wir bei unseren Konfrontationen nicht übergriffig oder beleidigend werden, können wir davon ausgehen, dass mindestens 50% der unbeteiligten Zuschauer*innen mit uns sympathisieren. 

Gute Argumente für die Konfrontation

 

Pelz allgemein:

  • "Wissen Sie, wieso es in der Schweiz keine Pelzfarmen gibt? Weil wir hier Tierschutzauflagen haben! So wie Pelz im Ausland produziert wird - mit diesen riesigen Pelzfarmen und winzigen Gitterkäfigen - das dürfte man hier gar nicht. Das würde rechtlich als Tierquälerei gelten! Trotzdem importieren und verkaufen wir es. Finden Sie das ok?"

  • "Wussten Sie, dass Robbenfell in der Schweiz nicht importiert werden darf, weil dessen Produktion Tierquälerei ist? Bei Pelz ist es ebenfalls Tierquälerei - darum gibt es ja in der Schweiz keine Pelzfarmen. Aber beim Pelz gibt es kein Importverbot, weil wir zu viel Profit damit machen."

  • "Wussten Sie, dass die meisten Echtpelz-Besätze aus China stammen, wo es praktisch keine Tierschutzauflagen gibt? Oder dass ein Arbeiter in China pro getötetem Tier nur ca. 80 Rappen verdient? Das muss dann schnell gehen, da leben die Tiere meistens noch, wenn sie gehäutet werden."

 

  • "Wussten Sie, dass die empfohlene Tötungsmethode für Füchse in Europa der anale Stromschlag ist? Ja, in Europa - um das Fell nicht zu beschädigen. Bei Nerzen ist es Vergasung, also ein langsamer Tod durch Ersticken." 

Canada Goose:

 

  • "Wussten Sie, dass das Hundefell ist, das Sie tragen? Der Pelz kommt von Kojoten, das sind direkte Verwandte vom Haushund. Die können zusammen Junge haben. Würden Sie auch Labrador-Fell tragen?"

  • "Wissen Sie, wie die Kojoten für Canada Goose gefangen werden? Mit sogenannten Tellereisen-Fallen, die zuschnappen. Das ist in Kanada noch legal. Dort bleiben sie dann tagelang drin hängen,bis man sie findet und erschiesst. Oft sterben sie schon vorher langsam an den Verletzungen. Oder sie nagen sich die eigenen Glieder ab beim Versuch, sich zu befreien. Wenn es Muttertiere sind, werden die Jungen zurückgelassen und verhungern."

  • "Wussten Sie, das Canada Goose Jacken alles andere als nachhaltig sind? Die behaupten ja, Pelz sei "natürlich" und die Kojoten müssten in Kanada sowieso geschossen werden. Dabei vermehren sich die Kojoten durch die Jagd  - das ganze Ökosystem wird durcheinandergebracht! Und die Pelze schicken sie dann zur Verarbeitung nach China, wo sie mit giftigen Chemikalien behandelt werden. Und die werden dann im nächsten Gewässer entsorgt."

// Quellen zum Thema Pelz

🐰FIND OUT. GET SMART. #MAKEFURHISTORY ✊

  • Facebook Social Icon
  • Instagram Social Icon
  • YouTube Social Icon

Anti Fur League, Zürich 

2019 © antifurleague.org