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Über 100 Millionen Tiere sterben jährlich für die Pelzproduktion, 85% der Pelze stammen aus der industriellen Zucht und 15% aus der Jagd. Beide "Gewinnungsmethoden" sind unvorstellbar grausam - und kein Pelz ist je ein Nebenprodukt der Schlachtung für Fleisch.  // Die Lügen der Pelzindustrie - ein Überblick.​ 

 

Die Pelzbesätze an unseren Kragen und Mützen werden zu 99% in China verarbeitet und stammen vor allem von einem Zuchttier: Dem Marderhund, oft absichtlich falsch als Waschbär deklariert. In China werden Tierschutzauflagen kaum umgesetzt: Bei der "Ernte" auf einer Pelzfarmen verdienen Arbeiter pro getötetem Tier ca. 80 Rappen - es muss schnell gehen, weshalb die Tiere oft noch lebendig gehäutet werden. 

Durch die billige Produktion in China ist Echtpelz heute günstiger als Falschpelz und wird oft falsch deklariert - auch in der Schweiz, wo die Deklarationspflicht versagt hat. Wir importieren, kaufen und tragen ein Produkt, dessen Produktionsmethoden im eigenen Land den Tatbestand der Tierquälerei erfüllt. 

Doch nicht nur in China, auch in Europa leiden Tiere für Pelz. Auf europäischen Pelzfarmen verbringen z. B. Nerze und Füchse ihr gesamtes Leben in winzigen Gitterkäfigen, ohne ihren natürlichen Bedürfnisse nachgehen zu können. Auf finnischen Pelzfarmen werden Polarfüchse bis zur Unkenntlichkeit gemästet, um mehr Fell zu generieren.

// Empfohlenen Tötungsmethoden in Europa sind Vergasung und analer Stromschlag.​

 

Für Marken wie "Canada Goose" sterben Kojoten einen grausamen Tod. Tagelang hängen sie in Eisenfallen fest und verenden dabei langsam und qualvoll an ihren Verletzungen. In Fallen gefangene Muttertiere versuchen oft verzweifelt, sich die eigenen Gliedmassen abzubeissen, um zu ihren Jungen zurückzukehren, während diese verhungern. Die USA, Russland und Kanada sind die wichtigsten Lieferanten von Pelz aus der freien Wildbahn.

Mit Fallen gejagt werden v.a. Füchse, Kojoten, Wiesel, Biber, Luchskatzen, Marder und Waschbären. Sie alle sind wichtig fürs Ökosystem und regulieren ihre Bestände selbst, sofern das natürliche Gleichgewicht nicht bereits vom Menschen gestört ist. Dabei sind bis zu 75% der in der Fallen gefangenen Tiere sogenannte „Fehlfänge“, d.h. sie finden für die Pelzgewinnung keine Verwendung und werden „entsorgt“ – darunter sind auch Haustiere.

Doch nicht nur die Tiere leiden in der Pelzproduktion; auch Arbeiter*innen und Konsument*innen setzen ihre Gesundheit aufs Spiel. Die Verarbeitung von Pelzen ist ein nämlich hochgiftiger, chemischer Prozess - und Untersuchungen zeigen, dass Echtpelz-Besätze immer wieder Rückstände von giftigen Chemikalien enthalten (Formaldehyd, Chrom 6). Gerade in China, dem weltweit grössten Pelz-Produzenten, landet der chemische Abfall nach der Entsorgung nicht selten im Grundwasser und schadet so der Umwelt. [2]

// Nicht zuletzt ist auch die Ökobilanz von Echtpelz fatal: Weil es in Europa kaum Gerbereien gibt werden die meisten Pelze zur Verarbeitung nach China geflogen.

Um all diese Tatsachen ans Licht zu bringen und die Lügen der Pelzindustrie zu entlarven, organisieren wir die «Demo für eine pelzfreie Schweiz», die zuletzt über 5’00 Teilnehmende mobilisierte. Wir fordern - nach dem Vorbild von Kalifornien - ein komplettes Importverbot von ausländischen Echtpelz-Produkten.

Situation in der Schweiz

 

Seit 2014 besteht in der Schweiz eine Pelzdeklarationsverordnung (PDV) mit dem erklärten Ziel, die Kundschaft zu sensibilisieren, Transparenz zu schaffen und den Import tierquälerisch erzeugter Produkte zu verhindern. Diese ist aber an allen Fronten gescheitert: Einerseits deklarieren weiterhin bis zu 70% der kontrollierten Geschäfte ihre Pelzprodukte falsch oder gar nicht [3], andererseits wurden Herkunft und Gewinnungsart durch schwammige Formulierungen auf der Etikette noch mehr verschleiert. Die PDV hat also, statt aufzuklären, für noch mehr Verwirrung bei der Kundschaft gesorgt und neue Schlupflöcher für die Produzenten geschaffen. Auch an den hohen Verkaufszahlen änderte sich nichts.

 

Aufgrund grosser Kritik aus Tierschutz-Kreisen und parlamentarischen Vorstössen wurde die PDV bereits mehrmals revidiert; zuletzt wurde die Bezeichnung “Herkunft unbekannt” eingeführt - was bei Produkten wie Fleisch oder Eiern undenkbar wäre. [4] Auch sagen Bezeichnungen wie “Einzel-/Gruppenhaltung” nichts über eine tiergerechte Haltung aus, da Einzelgänger oft in Gruppen gehalten und umgekehrt. 


Vor diesem Hintergrund fordert nun auch SP-Nationalrat Matthias Aebischer ein komplettes «Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte». Die Motion 19.4425 wird von «Campax» mit der Kampagne «We Care - We Don’t Wear» unterstützt und voraussichtlich in der Wintersession 2020 behandelt. Die entsprechende Petition hat bereits fast 30’000 Unterschriften: http://campax.org/pelz

 

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