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Pelz: Politische Aktualität

Seit Ende 2019 ist Pelz im Parlament wieder aktuell. SP-Nationalrat Matthias Aebischer hat im letzten Dezember die Petition “Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte” eingereicht, welche in Zusammenarbeit mit Campax erstellt wurde und von der Kampagne «We Care - We Don’t Wear» begleitet wird. Im Rahmen der Kampagne läuft auch die Petition für ein Importverbot von Pelzprodukten, welche bereits 40’000 Unterschriften hat.


Pelz im Parlament: Was bisher geschah.


Auch die «Demo für eine pelzfreie Schweiz 2020» steht ganz im Zeichen des Importverbots, und wird von Campax tatkräftig unterstützt. Angesicht der jüngsten Ereignisse in Dänemark ist die Zusammenarbeit besonders wichtig: In Nordjütland werden momentan aufgrund von Corona-Infektionen auf Pelzfarmen 17 Millionen Nerze gekeult - der gesamte Bestand der dänischen Pelzzucht. Dies, weil sich eine neue Mutation des Virus unter den Tieren verbreitet und auf den Menschen übergegangen war. Seit Juni haben sich in Dänemark mindestens 200 Menschen mit dem mutierten Virus angesteckt, unter anderem in einem Altersheim.


Doch Schon bevor die Zucht-Nerze in Dänemark mit neuen Coronavirus-Mutationen assoziiert wurden, sah die Pelzindustrie einer düsteren Zukunft entgegen. Die weltweite Nerzproduktion war auf 45 Millionen Pelze gesunken, beinahe halb so viel wie in 2014. Jetzt - wo die ganze Welt durch die schrecklichen Bilder der Massentötungen das wahre Gesicht der Industrie sieht - steht diese, zumindest in Dänemark, vor ihrem Ende. Für uns ein Grund zur Hoffnung: Dänemark ist mit 1'139 Zuchtfarmen einer der weltweit grössten Produzenten von Nerzfellen.


Auch in anderen Teilen Europas trägt die Corona-Pandemie zu neuen Entwicklungen bei: In den Niederlanden waren bereits Anfang Juli Zehntausende von Nerzen getötet worden, nachdem das Virus auf 20 Zuchtbetrieben ausgebrochen war. Das niederländische Parlament kündigte daraufhin an, alle 128 verbleibenden Nerzfarmen bis zum Jahresende endgültig zu schliessen. Kurz darauf wurden auch in Spanien die Tötung von fast 93’000 Tieren angeordnet, nachdem sich sieben Mitarbeiter auf einer Zuchtfarm mit dem Virus angesteckt hatten.


Mitte September kamen dann grosse News aus Polen: Das Abgeordnetenhaus im polnischen Parlament stimmte mit einer deutlichen Mehrheit für eine Änderung des Tierschutzgesetzes. Damit wird unter anderem auch die Zucht von Tieren auf sogenannten Pelzfarmen verboten, was de facto das Ende der polnischen Pelzproduktion bedeuten würde. Aufgrund von grossen politischen Streitigkeiten nach der Abstimmung wurde der Gesetzesentwurf mit einigen Änderungen vorgelegt und am 14.10.2020 vom Senat abgenommen. Wenn die Änderungen nun akzeptiert werden, muss der Präsident in letzter Instanz das Gesetz unterzeichnen. Obwohl die Übergangsfrist im neuen Entwurf bis Ende 2023 verlängert wurde, bleibt das neue Gesetz ein Riesenerfolg für die knapp 5 Millionen verbleibenden Tiere auf polnischen Pelzfarmen.


Nicht zuletzt wurde in Estland Mitte Oktober ein Gesetzesentwurf verabschiedet, der ein Verbot von Pelzfarmen vorsieht. Diese sollen gemäss Entwurf bis 2023 geschlossen werden. Ähnlich wie in Dänemark war auch in Estland die Pelzindustrie stark rückläufig; gegenwärtig gibt es noch 2’000 Zuchtbetriebe, doch die meisten haben bereits über ihre bevorstehende Schliessung informiert. Aktuell befindet sich der Gesetzesentwurf in der zweiten Lesung, zu der die ParlamentarierInnen Änderungsvorschläge einreichen können.


In Deutschland wurden 2017 strengere Regulierungen mit einer Übergangsfrist von 5 Jahren beschlossen, was bedeutet, dass sich die Nerzzucht für die Farmen in Zukunft nicht mehr lohnen wird. In Italien wurden bereits 2008 strengere Gesetze zum Schutz von Füchsen und Chinchillas verordnet, woraufhin der letzte Chinchilla-Zuchtbetrieb 2012 geschlossen wurde (Nerze werden leider immer noch gezüchtet). In Schweden verbietet das Tierschutzgesetz bereits seit 1995, Füchse in Käfige zu sperren.


Pelzfarmen sind bereits verboten im Vereinten Königreich, Norwegen, Österreich, Kroatien, Slowenien, Mazedonien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, der Slowakei, Luxemburg, Belgien und der Tschechischen Republik.


In der Schweiz gibt es zwar kein Verbot von Pelzfarmen, doch die gesetzlichen Hürden dazu sind so hoch, dass solche nicht rentabel wären. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern werden Pelztiere hier als Wildtiere betrachtet, und die Gesetzgebung gestattet die Haltung von Wildtieren nur unter Bedingungen, die modernen Zoos entsprechen. Trotzdem importieren und verkaufen wir mit Echtpelz weiterhin ein Produkt, dessen gängige Produktionsmethoden im Ausland klar klar den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen. Nur ein Importverbot kann garantieren, dass wir die tierquälerische und menschenverachtende Pelzproduktion weiter unterstützen.


Jetzt Petition für ein Importverbot unterschreiben!


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